… oder: Selbsttestaufgaben als Lernhilfe
Nachdem ich mein Weblog zum studienbegleitenden “Lerntagebuch” umfunktioniert habe, steht auch gleich die erste Aufgabe an: Vorgehen und Erfahrungen bei der Beantwortung von Testaufgaben zu reflektieren, die sich auf das aktuell behandelte Studienmaterial beziehen.
Worum geht es?
Dem Studienbrief “Lernstrategien und selbstgesteuertes Lernen” von Dr. Helmut Felix Friedrich hat der Autor Zusatzmaterialien in Form von Selbsttestaufgaben zur Seite gestellt, deren Antworten im Studienbrief zu finden sind. Ich kann sie somit dazu nutzen, Inhalte zu recherchieren und – hoffentlich – stärker im Gedächtnis zu verankern, als dies beim bloßen Lesen der Fall gewesen wäre.
Wie Friedrich anmerkt, führt dieser Ansatz zu einer Einschränkung des selbst-gesteuerten Lernens, da ich einer Struktur folge, die von einer anderen Person vorgegeben wurde. Er weist jedoch darauf hin, dass vollkommen selbstgesteuertes Lernen in der Praxis kaum denkbar ist: Genau genommen stellt bereits das Studium eines solchen Studienbriefs eine Form von “Fremdsteuerung” dar (immerhin wählt der Autor die Inhalte aus und bringt seine eigene Meinung mit ein).
Wie bin ich vorgegangen?
Wie die übrigen Studieninhalte auch hatte ich den betreffenden Studienbrief im Vorfeld einmal gelesen, um einen ersten Überblick zu erhalten – zunächst, ohne Textstellen anzustreichen oder mir Notizen zu machen.
Bei der Beantwortung der Fragen habe ich den Studienbrief herangezogen und explizit nach den relevanten Textstellen gesucht.
Eine zweite denkbare Herangehensweise wäre die Methode “Versuch und Irrtum” gewesen, bei der ich versucht hätte, die Fragen zu beantworten, ohne den Text vorher gelesen zu haben. Dies ist m. E. jedoch wenig sinnvoll, wenn ich durch die Beantwortung der Fragen auch tatsächlich etwas lernen möchte. Der von mir gewählte Weg erlaubt es mir, die gesuchten Informationen im Gesamtzusammenhang wahrzunehmen und in mein frisch erworbenes Vorwissen zu integrieren.
Was ist mein Fazit?
Rückblickend stelle ich fest, dass ich die Beantwortung der Aufgaben parallel zur Bearbeitung des Studienbriefes als überraschend hilfreich empfunden habe: Die Suche nach den Antworten hat mir dabei geholfen, die entsprechenden Punkte des Textes stärker zu verankern. Für Aufgaben, die eine umfangreiche Recherche des Lernenden in verschiedenen Quellen erfordern, wäre jedoch eine alternative Herangehensweise, etwa in Form eines WebQuests, vermutlich noch effektiver.
Interessant ist, dass ich diese (gegenüber der “normalen” Abfolge von Inhaltsvermittlung und Wissenscheck) umgekehrte Reihenfolge in der Vergangenheit selbst schon in Projekten empfohlen habe. Bislang ist sie aber bei den jeweiligen Auftraggebern noch nicht auf Gegenliebe gestoßen.
Vielleicht ändert sich dies ja, wenn ich bei der Schilderung der potentiellen Vorzüge auf ein konkretes Beispiel aus meinem eigenen Erleben zurückgreifen kann.