Online-Kommunikation über Online-Kommunikation
In den letzten Wochen haben wir in unserer Studiengruppe über Online-Kommunikationsmittel diskutiert, wobei über in diesem Fall sowohl Gegenstand als auch Medium dieser Diskussion meint. Zeit für ein erstes Fazit!
Zunächst einmal hat sich der Educational Media-Ansatz bewährt: Web-Meeting, E-Mail, Internettelefonie und Forumsdiskussion bieten uns die technische Grundlage, um uns sowohl synchron als auch asynchron auszutauschen, und unsere Tutorinnen begleiten den Prozess.
Da wir uns zu Beginn des Studiums persönlich kennen gelernt haben und auf dem Online Campus jeder Forumsbeitrag mit einem Foto der Autorin bzw. des Autors versehen ist, habe ich durchaus das Gefühl, mich an Kommunikationspartner zu richten, die im wahrsten Sinne des Wortes “ein Gesicht haben”, dass meine Mitteilungen also nicht im elektronischen Nirwana verschwinden.
Auch die Reduzierung der non- und paraverbalen Hinweisreize bei der computergestützten Kommunikation empfinde ich – wie in einem früheren Artikel erwähnt – in der Regel nicht als störend.
Gelegentlich kommt es allerdings dazu, dass eine Rückmeldung mit deutlicher Verzögerung erfolgt. Gerade in der Diskussion würde ich mir einen schnelleren / regeren Austausch wünschen. Besonders bei der letzten Gruppenaufgabe hat sich nämlich auch eine Kehrseite der asynchronen Kommunikation gezeigt: Die Zeitunabhängigkeit kann dazu verführen, die Beteiligung schon einmal auf die lange Bank zu schieben, so dass die Diskussion erst wenige Tage vor “Redaktionsschluss” in Gang kam. Hinzu kam, dass wir aufgrund von Weihnachten / Silvester noch “Altlasten” mit uns führten, so dass es Überlappungen bei den Gruppenaufgaben gab.
Dies hängt meiner Einschätzung nach jedoch mehr mit den Rahmenbedingungen des Studiums als mit denen des Mediums zusammen: Bei einem berufsbegleitenden Studiengang sind die Teilnehmenden nun einmal mit dem “Tagesgeschäft” in aller Regel schon ausgelastet, so dass alles, was darüber hinausgeht, eine Frage aktueller Motivation und Prioritäten ist.
Hier sind also sowohl die individuelle Zeitplanung als auch die Koordination innerhalb der Gruppe gefordert, um auch den aktuellen Lernabschnitt erfolgreich abzuschließen. In unserem Fall hat das zu einigen guten Vorsätzen geführt, die sich in einer Ergänzung der Gruppenregeln niederschlugen (Zitat aus einem Forums-Beitrag):
- mehr Selbstdisziplin (erster Eintrag bei so etwas sollte zügig erfolgen)
- Deadlines bitte ernst nehmen!
Im aktuellen Takt haben wir Gelegenheit, dies in die Tat umzusetzen: Im Austausch im Forum und Online-Klassenraum bzw. in unserem neuen virtuellen Zuhause in Second Life sollen wir ein Betreuungskonzept für eine tutoriell begleitete Fortbildungsmaßnahme anreißen und eine entsprechende Präsentation entwickeln. Einarbeitung in die Unterlagen, Klärung der Vorgehensweise, Ideensammlung, Strukturierung und Aufbereitung in einem Team von neun Personen zu koordinieren stellt eine Herausforderung da, die in einer Face-to-Face-Situation wohl schneller und effizienter zu meistern wäre.
Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten der letzten Monate legen aber nahe, dass “ABEKMORSTY” auch diese Aufgabe souverän lösen werden!
März 4th, 2010 at 19:38
Vielen Dank für die Reflexion Ihrer Erfahrung mit Online-Gruppenarbeit. Schön, dass Sie die Zusammenarbeit und der Diskussionsprozess so positiv empfunden haben. Ich denke auch, die zeitlichen Diskrepanzen beim Posten von Forumsbeiträgen, kann man umgehen, indem man im Vorfeld einen zeitlichen Rahmen setzt. Das kann hilfreich sein, um die Diskussion flüssiger laufen zu lassen und es ist so leichter tatsächlich eine Diskussion in Gang zu bringen. Von daher gut, dass Sie diese Regeln in Ihrer Gruppe noch mal aufgestellt haben.