“Qualität ist…
… wenn der Kunde zurückkommt, nicht das Produkt.”
Oder auch “Qualität ist, was der Kunde will”, wie unser aktueller Studienbrief definiert, um direkt darauf hinzuweisen, dass schon die Frage danach, wer denn dieser Kunde sei, im Feld der beruflichen Bildung nicht einfach zu beantworten ist: der Auftraggeber oder die Lernenden?
Im Hinblick auf meine Tätigkeit als freiberufliche E-Learning-Entwicklerin kann es darauf nur eine Antwort geben: sowohl als auch. Natürlich muss ich zunächst einmal denjenigen zufriedenstellen, der mich mit der Entwicklung der Inhalte für ein E-Learning-Produkt beauftragt hat. Er ist es, der die Rahmenbedingungen vorgibt und die Ziele für die Lernmaßnahme steckt.
Ich würde jedoch weder diesem Kunden noch mir einen Gefallen tun, wenn ich dabei die Bedürfnisse der Lernenden außer Acht lassen würde. Nur, wenn wir (d. h. mein Auftraggeber und ich) auch diese Kundengruppe vom Produkt überzeugen, ist der E-Learning-Einsatz gelungen.
Wenn die Kundenfrage schon nicht einfach zu packen ist, sieht es mit der Definition von “Qualität” noch schwieriger aus. Qualität, wie Schönheit, liegt im Auge des Betrachters – sie ist also keine objektive, absolute Größe. Ähnlich wie im Bereich der Didaktik bedeutet dies, dass es den einen Ansatz, der für alle richtig ist, nicht gibt: Immer sind auch die begleitenden Umstände wie Ziele, Zeitrahmen, Budget, Technik etc. zu bedenken.
Hinzu kommt, dass, wie Ehlers ausführt, Lernprozesse der Mitwirkung des Kunden bedürfen, womit in diesem Fall der/die Lerner/in gemeint ist. So gesehen kann ich niemals sicher sein, dass die von mir entwickelten Inhalte die optimale Wirkung entfalten können.
Was bleibt mir also? Meinen Teil beizutragen, um eine möglichst hohe Qualität zu gewährleisten und mein Qualitätsmanagement aufgrund der genannten Einschränkungen nicht produkt- sondern prozessorientiert zu betrachten und es nach Ehlers nicht als statisches System zur Sicherung eines erreichten status quo zu verstehen, sondern als kontinuierlichen Prozess der Entwicklung und Verbesserung.
Diese Qualitätsorientierung bezieht sich auf alle Aspekte meiner Tätigkeit von der Organisation über die Ausstattung mit Hard- und Software bis zur Weiterbildung – und nicht zuletzt auf meinen Anspruch an meine eigene Arbeit. Damit das Ergebnis die Ansprüche des Kunden erfüllt oder sogar übertrifft… und er zurückkommt.
Mein Verständnis von “Qualität im E-Learning” hat sich auf Grundlage der Informationen aus dem aktuellen Studientakt nicht verändert; dennoch hat die Auseinandersetzung mit dem Thema dazu beigetragen, mir meine Ansichten bewusst zu machen und sie in Worte zu fassen – was hiermit geschehen ist.