Archive for the 'Studium' Category

Articulate Studio ‘09: ein Erfahrungsbericht

Freitag, März 19th, 2010

In den letzten Wochen standen in unserem Studium unter anderem die Themen “Autorensysteme” sowie “Rapid E-Learning” im Fokus. Um diese Informationen praktisch anzuwenden, war es unsere Aufgabe, eine beispielhafte Lerneinheit zu erstellen.

Dazu habe ich mich für das Articulate Studio entschieden, seit Jahren fester Bestandteil meines E-Learning-”Werkzeugkoffers”. Neben einigen Kundenprojekten habe ich auch einen meiner Referenzkurse damit entwickelt. Da auf einfache Weise Flash-Elemente eingebunden werden können, erweitert sich das Repertoire um Tools wie beispielsweise Captivate oder Raptivity.

Ganz billig ist diese Softwaresuite, die die Produkte Presenter, Engage und Quizmaker kombiniert, nicht; für mich als Freiberuflerin ist dieses Geld jedoch gut investiert.

Funktionsumfang

Da Articulate in PowerPoint integriert wird, stehen dessen komplette Layout- und ein großer Teil der Animationsfunktionen zur Verfügung. Gerade bei Einsatz von PowerPoint 2007 lassen sich so ohne HTML- oder Flash-Kenntnisse Inhalte mit einem sehr professionellen “Look & Feel” erstellen. Zusätzlich sind Templates für PowerPoint-Präsentationen und den Articulate-Player erhältlich.

Dennoch sollte die Einarbeitungszeit nicht unterschätzt werden, die notwendig ist, um ein optisch wie funktional optimales Zusammenspiel der Suite-Bestandteile zu erzielen – und natürlich, um sich mit den angebotenen Funktionen vertraut zu machen!

Web Objects

Eine Besonderheit sind die so genannten “Web Objects”, bei denen es sich sozusagen um ein Guckloch ins Internet handelt: Webinhalte können so als Teil einer Seite oder in einem sich automatisch öffnenden Extra-Fenster in einen Kurs integriert werden. Aus urheberrechtlichen Gründen sehe ich den Einsatzbereich vor allem bei der Einbindung von Inhalten, deren Copyright-Inhaber man selbst ist. Neben Teilen des eigenen Webauftritts bieten sich hier vor allem Intranetseiten wie beispielsweise Firmenwikis, -foren oder auch FAQ-Listen an.

Nachteile

Als Nachteil empfinde ich vor allem, dass (zumindest zurzeit) keine externen Office-Dokumente verlinkt werden können; dies ist nur über eine Konvertierung in PDFs oder Packen der betreffenden Datei möglich.

Ein Aufruf von Links führt darüber hinaus – abhängig von den lokalen Sicherheitseinstellungen – u. U. zu einer Sicherheitsabfrage; wird diese bestätigt, startet der Kurs automatisch neu. Dieses Verhalten habe ich jedoch auch bei anderen Flash-Inhalten beobachtet; es ist also nicht Articulate-spezifisch.

Community

Eine große und ungewöhnlich engagierte Community von Firmenmitarbeitern und Nutzern tauscht in mehreren Foren Tipps und Erfahrungen aus und hilft meiner eigenen Erfahrung nach auch bei technischen Fragen oder Problemen gern weiter. Außerdem wird einer (wenn nicht der ;-) ) besten E-Learning-Blogs vom Leiter der Community geschrieben: Tom Kuhlmanns Rapid E-Learning Blog. Die so genannten “Community Interactions” – von Nutzern entwickelte interaktive Elemente – ergänzen den Funktionsumfang der Articulate-Komponente Engage.


Online-Kommunikation über Online-Kommunikation

Samstag, Februar 20th, 2010

In den letzten Wochen haben wir in unserer Studiengruppe über Online-Kommunikationsmittel diskutiert, wobei über in diesem Fall sowohl Gegenstand als auch Medium dieser Diskussion meint. Zeit für ein erstes Fazit!

Zunächst einmal hat sich der Educational Media-Ansatz bewährt: Web-Meeting, E-Mail, Internettelefonie und Forumsdiskussion bieten uns die technische Grundlage, um uns sowohl synchron als auch asynchron auszutauschen, und unsere Tutorinnen begleiten den Prozess.

Da wir uns zu Beginn des Studiums persönlich kennen gelernt haben und auf dem Online Campus jeder Forumsbeitrag mit einem Foto der Autorin bzw. des Autors versehen ist, habe ich durchaus das Gefühl, mich an Kommunikationspartner zu richten, die im wahrsten Sinne des Wortes “ein Gesicht haben”, dass meine Mitteilungen also nicht im elektronischen Nirwana verschwinden.

Auch die Reduzierung der non- und paraverbalen Hinweisreize bei der computergestützten Kommunikation empfinde ich – wie in einem früheren Artikel erwähnt – in der Regel nicht als störend.

Gelegentlich kommt es allerdings dazu, dass eine Rückmeldung mit deutlicher Verzögerung erfolgt. Gerade in der Diskussion würde ich mir einen schnelleren / regeren Austausch wünschen. Besonders bei der letzten Gruppenaufgabe hat sich nämlich auch eine Kehrseite der asynchronen Kommunikation gezeigt: Die Zeitunabhängigkeit kann dazu verführen, die Beteiligung schon einmal auf die lange Bank zu schieben, so dass die Diskussion erst wenige Tage vor “Redaktionsschluss” in Gang kam. Hinzu kam, dass wir aufgrund von Weihnachten / Silvester noch “Altlasten” mit uns führten, so dass es Überlappungen bei den Gruppenaufgaben gab.

Dies hängt meiner Einschätzung nach jedoch mehr mit den Rahmenbedingungen des Studiums als mit denen des Mediums zusammen: Bei einem berufsbegleitenden Studiengang sind die Teilnehmenden nun einmal mit dem “Tagesgeschäft” in aller Regel schon ausgelastet, so dass alles, was darüber hinausgeht, eine Frage aktueller Motivation und Prioritäten ist.

Hier sind also sowohl die individuelle Zeitplanung als auch die Koordination innerhalb der Gruppe gefordert, um auch den aktuellen Lernabschnitt erfolgreich abzuschließen. In unserem Fall hat das zu einigen guten Vorsätzen geführt, die sich in einer Ergänzung der Gruppenregeln niederschlugen (Zitat aus einem Forums-Beitrag):

  • mehr Selbstdisziplin (erster Eintrag bei so etwas sollte zügig erfolgen)
  • Deadlines bitte ernst nehmen!

Im aktuellen Takt haben wir Gelegenheit, dies in die Tat umzusetzen: Im Austausch im Forum und Online-Klassenraum bzw. in unserem neuen virtuellen Zuhause in Second Life sollen wir ein Betreuungskonzept für eine tutoriell begleitete Fortbildungsmaßnahme anreißen und eine entsprechende Präsentation entwickeln. Einarbeitung in die Unterlagen, Klärung der Vorgehensweise, Ideensammlung, Strukturierung und Aufbereitung in einem Team von neun Personen zu koordinieren stellt eine Herausforderung da, die in einer Face-to-Face-Situation wohl schneller und effizienter zu meistern wäre.

Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten der letzten Monate legen aber nahe, dass “ABEKMORSTY” auch diese Aufgabe souverän lösen werden! :-D


Gut, dass wir drüber gesprochen haben…

Montag, Februar 1st, 2010

Vor- und Nachteile computergestützter Kommunikation
Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts waren das direkte Gespräch und der Briefwechsel die einzigen Möglichkeiten, mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu treten – dann kam für Gutbetuchte der Telegraph hinzu. In den (18)70er Jahren wurde das Telefon patentiert, das sich jedoch jahrzehntelang im Privatgebrauch nicht durchsetzen konnte.

Erst im 20. Jahrhundert ging es dann Schlag auf Schlag mit Radio, Fernsehen, Tonband, Fax, Computer. Mit der Einführung des Internets schließlich eröffnete sich das neue Feld der computergestützten Kommunikation (CMC, Computer Mediated Communication).

Doch welche Vor- und Nachteile hat diese gegenüber dem persönlichen Austausch? Dies möchte ich anhand derjenigen Kommunikationsmedien untersuchen, die ich selbst regelmäßig beruflich und / oder privat nutze.

Blogs

Als Autorin war ich bislang hier im e[ ]-learning 2.0-Blog aktiv, aber auch im Second Blog, dem Seminarblog, das ich zusammen mit den Teilnehmenden meines Second Life-basierten Seminars an der Uni Düsseldorf geschrieben habe.

Als Leserin verfolge ich einige Dutzend Blogs aus dem Bereich (E-)Learning, die ich über meinen RSS-Reader abonniert habe – was schon bei zwei-, dreitägiger Abwesenheit dazu führt, dass ich sehr kritisch prüfen muss, was von der angefallenen Informationsflut für mich aktuell am relevantesten ist. Aber genau diese Entscheidungsfreiheit ist natürlich ein wesentlicher Vorteil eines Blogs: Ich entscheide, was ich lese, aber auch wann ich es lesen möchte.

Um die Rückmeldung des Publikums ist dagegen eher schlecht bestellt: Ich schreibe meine Nachrichten zunächst ins Leere hinein, ohne zu wissen, ob (und von wem) sie gelesen werden. Seiten wie Technorati oder delicious können mir zwar einen Eindruck davon geben, wer meinen Blog abonniert bzw. gebookmarkt hat, doch ansonsten bin ich darauf angewiesen, dass die Leser selbst aktiv werden, indem sie Kommentare schreiben.

Mikroblogs

Für Mikroblogs, in meinem Fall Twitter, gilt natürlich in vieler Hinsicht das Gleiche wie für “normale” Blogs. Anders als bei diesen entspinnt sich hier über Antwort-Funktion und Direktnachrichten jedoch leichter und schneller ein kurzer Dialog zwischen den Nutzern. Darüber hinaus zeigen mir Retweets und Listen, wie meine Beiträge angenommen werden.

Chat

Chats bieten als synchrones Kommunikationsmittel eine gute “Gesprächsmöglichkeit”, können aber – speziell bei einer größeren Teilnehmergruppe – auch leicht chaotisch werden. Aufgrund der geringeren Fehleranfälligkeit ist der Textchat oftmals die bessere Variante gegenüber dem Audiochat.

E-Mail

Zu E-Mails muss nicht viel gesagt werden. Für mich sind sie – mehr noch als das Telefon – das Haupt-Kommunikationsmittel im Beruf. Zeitliche Unabhängigkeit, Speicherung und die Möglichkeit, beliebige Dateien anzuhängen, machen sie für mich unverzichtbar.

Foren

Foren machen es leicht(er), themenbezogen mit Personen zu kommunizieren, mit denen ich sonst vermutlich nicht in Kontakt gekommen wäre: sei es, dass eine Privatperson in den USA am Wochenende versucht, meine Frage in einem Softwareforum zu beantworten, oder dass ich in XING über die von mir gegründete und moderierte Gruppe “Rapid E-Learning” Tipps und Meinungen zur E-Learning-Produktion austausche.

Instant-Messenger

Instant-Messenger sind das einzige Kommunikationsmittel, das ich (bislang) ausschließlich privat nutze. Dies hängt damit zusammen, dass meine Online-Anwesenheit ständige Erreichbarkeit signalisiert. Möchte ich somit verhindern, dass eine evtl. berufliche Kontaktaufnahme ins Leere läuft, solange ich gerade nicht vor dem Computer sitze, wäre ich somit gezwungen, meinen Status immer entsprechend zu ändern.

Internettelefonie

Den größten Vorteil der Internettelefonie, z. B. über Skype, sehe ich in der Möglichkeit, auf einfache Weise den Online-Status meiner Kontakte zu prüfen, direkt eine Telefonkonferenz mit ihnen zu starten und bei Bedarf weitere Personen einzuladen. Bei Einzelgesprächen greife ich lieber zum konventionellen Telefon, bei dem ich unabhängig von der technischen Verbindung bin.

Soziale Netzwerke

Netzwerke wie XING oder LinkedIn stellen für mich als Freiberuflerin eine hervorragende Möglichkeit dar, mit potentiellen Neu- ebenso wie mit bestehenden Kunden in Kontakt zu treten.

Darüber hinaus erlauben sie es mir, Informationen zu meiner Person und meinem beruflichen Hintergrund zu kommunizieren.

Videokonferenz

Videokonferenzen sind meiner Erfahrung nach – vor allem bei Nutzung des Application Sharing – eine gute Annäherung an einen Präsenztermin. Aufgrund der hohen Anforderungen an die technische Ausstattung und die Verbindung kann es von Vorteil sein, wenn nur der Moderator spricht und die Teilnehmer den Text-Chat nutzen.

 

E-Mail, (Mikro-)Blogs, Soziale Netzwerke, Foren, Chat, Instant-Messenger, Internettelefonie und Videokonferenzen heben also die geografischen (und je nach Medium auch die zeitlichen) Grenzen zwischen den Kommunikationspartnern auf – und fügen neu hinzu. ;-)  

Die Abhängigkeit von den technischen Gegebenheiten ist meiner eigenen Einschätzung nach das größte potentielle Problem. Hinzu kommen die Anforderungen an das persönliche Verhalten, die vielfach unter dem Begriff der Medienkompetenz zusammengefasst werden. Neben der Bedienung von Hard- und Software stehen hier vor allem der Umgang mit der Informationsflut sowie die Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Mediums im Mittelpunkt. Ein vielfach angeführtes Beispiel hierfür sind die fehlenden nonverbalen Hinweise bei textlicher Kommunikation, die ich persönlich allerdings nur selten empfunden habe.

Meiner Ansicht nach decken die computerbasierten Kommunikationsmittel vollkommen andere Anforderungen als das persönliche Gespräch ab, so dass sie keine Konkurrenz zu diesem darstellen.

Gesucht wird: Die perfekte Lehrperson

Freitag, Januar 15th, 2010

[Bitte beachten Sie, dass es sich nicht um eine echte Stellenausschreibung handelt.]

Wanted

Foto: ©iStockphoto.com/Amanda Rohde

 

Sie arbeiten gern für und mit Menschen, stellen Ihre Zielgruppe in den Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit und sehen Ihre Rolle eher als “Guide on the Side” denn als “Sage on the Stage”?

Sie haben Freude an technischen und menschlichen Herausforderungen?

Sie wissen Inhalte aus den verschiedensten Fachgebieten didaktisch sinnvoll aufzubereiten, ohne dabei die Umsetzbarkeit aus den Augen zu verlieren?

Sie können sich zurücknehmen, lassen sich aber das Ruder nicht aus der Hand nehmen?

 

In diesem Fall laden wir Sie herzlich ein, unser Team zu verstärken!

 

Ihre Aufgaben: 

  • Entwicklung von Lernumgebungen, die allen Teilnehmenden die optimale Entfaltung ihrer individuellen Fähigkeiten ermöglichen
  • Strukturierung und Aufbereitung der Lerninhalte anhand praxisbezogener Beispiele
  • Ausgestaltung des Lernprozesses inklusive Auswahl der jeweils passendsten Methode
  • Planung des Medieneinsatzes
  • Überprüfung des angestrebten Lernerfolges und spezifisches Feedback
  • Anleitung und Unterstützung von Einzelteilnehmern ebenso wie von Lerngruppen in ihrem Lernprozess

 

Anforderungen:

  • langjährige Berufserfahrung im Bildungsbereich
  • Fach-, Methoden- und Medien- sowie Sozialkompetenz
  • hoher Grad an Professionalität
  • Vertrautheit im Umgang mit einschlägiger Hard- und Software
  • Flexibilität

 

Die Frage, über welche Kompetenzen eine in der Erwachsenenbildung tätige Person verfügen sollte, ist gleich in doppelter Hinsicht relevant für meine eigene berufliche Tätigkeit:

Im Vordergrund steht für mich meine Arbeit als E-Learning-Entwicklerin, die ich seit 1999 ausübe – daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern. ;-)

Mit dem Abschluss meiner Weiterbildung zur Präsenztrainerin ist aber 2009 ein weiterer Bereich hinzugekommen. Dieser weist zwar bei didaktischer Konzeption und Aufbereitung der Inhalte große Überschneidungen mit dem E-Learning-Bereich auf, weicht aber natürlich im Hinblick auf die Präsentation dieser Inhalte und vor allem in der Interaktion mit den Lernenden stark von diesem ab.

Damit habe ich – als Lehrende ebenso wie als Teilnehmerin – Erfahrung mit Online- ebenso wie von Präsenzschulungen und habe erlebt, welche Faktoren zu deren Erfolg beitragen.

Im Hinblick auf die Kompetenzen der Lehrperson führt Döring fünf Bereiche auf, die für einen modernen, d. h. teilnehmerzentrierten Ansatz notwendig sind, bei dem der Lehrende als Dienstleister am Lerner gesehen wird:

  1. Persönlichkeitskompetenz
  2. Soziale Kompetenz
  3. Organisatorische Kompetenz
  4. Fachliche Kompetenz
  5. Didaktische / methodische Kompetenz

Jede davon ist – wenn auch unterschiedlich gewichtet – in dem oben von mir formulierten fiktiven “Stellenprofil” vertreten.

Die “perfekte” Lehrperson ist selbstverständlich ebenso Utopie wie der von Comenius propagierte Forderung, alle alles zu lehren. Dennoch kann uns dieser Anspruch aber als Ziel dienen – denn auch, wenn wir es nicht erreichen (können), sind wir doch weitergekommen, als wenn wir direkt aufgegeben hätten.

Was meine persönliche Arbeit betrifft, so kann ich mir nur vornehmen, das Schlagwort vom “lebenslangen Lernen” auch für meine eigene Person in die Tat umzusetzen.

Der didaktische Stein der Weisen

Sonntag, Januar 3rd, 2010

Im 17. Jahrhundert war man nicht nur noch immer auf der Suche nach dem Stein der Weisen – auch in der Pädagogik hatte man sich hohe Ziele gesteckt. ;-) So kündigte 1658 Johann Amos Comenius seine so genannte “Große Didaktik” an als “die vollständige Kunst, alle Menschen alles zu lehren”.

Ein Anspruch, der sich in heutiger Zeit nur als utopisch bezeichnen lässt, der aber perfekt ins Zeitalter der Aufklärung mit ihrem Glauben an die Erziehbarkeit des Menschen passt. Dass bei dem Theologen Comenius christliche Aspekte eine zentrale Rolle bei Inhalten und Ausrichtung spielen, verwundert nicht.

Schauen wir uns kurz einige Eckpunkte von Comenius’ Didaktik an:

Umfang          –  alle Menschen sollen alles lernen
Gegenstand   –  Wissenschaften, gute Sitten, Frömmigkeit
Art                 –  sicher, rasch, angenehm, gründlich, leicht

Für die Erfüllung dieser Ansprüche gibt Comenius eine “nach Jahren, Monaten, Tagen und Stunden” festgelegte Struktur vor.

Damit geht die Lehr-”Kunst” nicht nur in ihren inhaltlichen Schwerpunkten weit über die Erwartungen hinaus, die heute an die Allgemeine Didaktik gerichtet werden – auch die Umsetzung ist weit von der Realität heutiger Lehr- und Lernprozesse entfernt.

Vor allem im Hinblick auf das Ziel, das jeder “alles” lernen solle, fallen mir die Zahlen zur so genannten Informations- oder Wissensexplosion ein, die besonders gerne angeführt werden, wenn es um die Ausdehnung des Internets geht. Selbst, wenn man zugesteht, dass sich Comenius wohl kaum auf das gesamte Wissen seiner Zeit bezogen haben wird, haben wir die Zeiten der Generalgelehrten lange hinter uns gelassen.

Ist Comenius’ Ansatz also völlig überholt? Nicht ganz! Ein Punkt ist mir als überraschend aktuell aufgefallen: Laut ihrem Schöpfer ist die “Große Didaktik” auf der Suche nach der Unterrichtsweise, bei der “die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler aber dennoch mehr lernen”.

Mit anderen Worten propagiert Comenius einen didaktischen Ansatz, der unter dem Schlagwort vom “selbstgesteuerten Lernen” auch im Bereich des E-Learning zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Soviel zur “Didactica magna” aus dem 17. Jahrhundert. Doch was ist das moderne Verständnis von Allgemeiner Didaktik? Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Aussagen schlage ich folgende Definition vor:

“Die Allgemeine Didaktik untersucht mit Hilfe wissenschaftlicher Ansätze und Methoden alle in Lehr-Lern-Prozessen relevanten Faktoren und ist damit abzugrenzen von Fach-, Bereichs- und spezifischen Didaktiken. Sie soll als praktische Anleitung zur Bewältigung von Herausforderungen aus dem Unterrichtsalltag dienen und vereint die Ergebnisse aller auf Lehr-Lern-Vorgänge bezogenen Wissenschaften in sich.”

Was sollte ein “Instructional Designer” lernen?

Mittwoch, November 25th, 2009

In einem aktuellen Interview mit dem eLearning Coach unterstreicht Karl Kapp, wie wichtig es ist, dass angehende Instructional Designer (das ist das, was ich auf Deutsch der Einfachheit halber “E-Learning-Autor/in” nenne; aber das ist ein ganz anderes Thema ;-) ) die Tools, die ihren Weg in die Firmen und an die Universitäten finden, auch selber nutzen.

Seine Beispiele:

  • Blogs erstellen
  • zu Wikis beitragen
  • Podcasts aufnehmen
  • an Virtuellen 3D-Welten teilnehmen

Hm, mal sehen, was davon das “Educational Media“-Konzept so hergibt… 100 % - nicht schlecht! :-D

Kapp führt aus, dass es im Umgang mit der Technik keinen Ersatz für praktische Erfahrung gibt. Diese sei der beste Weg, um die Stärken und Schwächen verschiedener Technologien für verschiedene Lehr- und Lernzwecke kennen zu lernen.

Der Studienbrief als Spickzettel

Montag, November 23rd, 2009

… oder: Selbsttestaufgaben als Lernhilfe

Nachdem ich mein Weblog zum studienbegleitenden “Lerntagebuch” umfunktioniert habe, steht auch gleich die erste Aufgabe an: Vorgehen und Erfahrungen bei der Beantwortung von Testaufgaben zu reflektieren, die sich auf das aktuell behandelte Studienmaterial beziehen.

Worum geht es?

Dem Studienbrief “Lernstrategien und selbstgesteuertes Lernen” von Dr. Helmut Felix Friedrich hat der Autor Zusatzmaterialien in Form von Selbsttestaufgaben zur Seite gestellt, deren Antworten im Studienbrief zu finden sind. Ich kann sie somit dazu nutzen, Inhalte zu recherchieren und – hoffentlich – stärker im Gedächtnis zu verankern, als dies beim bloßen Lesen der Fall gewesen wäre.

Wie Friedrich anmerkt, führt dieser Ansatz zu einer Einschränkung des selbst-gesteuerten Lernens, da ich einer Struktur folge, die von einer anderen Person vorgegeben wurde. Er weist jedoch darauf hin, dass vollkommen selbstgesteuertes Lernen in der Praxis kaum denkbar ist: Genau genommen stellt bereits das Studium eines solchen Studienbriefs eine Form von “Fremdsteuerung” dar (immerhin wählt der Autor die Inhalte aus und bringt seine eigene Meinung mit ein).

Wie bin ich vorgegangen?

Wie die übrigen Studieninhalte auch hatte ich den betreffenden Studienbrief im Vorfeld einmal gelesen, um einen ersten Überblick zu erhalten – zunächst, ohne Textstellen anzustreichen oder mir Notizen zu machen.

Bei der Beantwortung der Fragen habe ich den Studienbrief herangezogen und explizit nach den relevanten Textstellen gesucht.

Eine zweite denkbare Herangehensweise wäre die Methode “Versuch und Irrtum” gewesen, bei der ich versucht hätte, die Fragen zu beantworten, ohne den Text vorher gelesen zu haben. Dies ist m. E. jedoch wenig sinnvoll, wenn ich durch die Beantwortung der Fragen auch tatsächlich etwas lernen möchte. Der von mir gewählte Weg erlaubt es mir, die gesuchten Informationen im Gesamtzusammenhang wahrzunehmen und in mein frisch erworbenes Vorwissen zu integrieren.

Was ist mein Fazit?

Rückblickend stelle ich fest, dass ich die Beantwortung der Aufgaben parallel zur Bearbeitung des Studienbriefes als überraschend hilfreich empfunden habe: Die Suche nach den Antworten hat mir dabei geholfen, die entsprechenden Punkte des Textes stärker zu verankern. Für Aufgaben, die eine umfangreiche Recherche des Lernenden in verschiedenen Quellen erfordern, wäre jedoch eine alternative Herangehensweise, etwa in Form eines WebQuests, vermutlich noch effektiver.

Interessant ist, dass ich diese (gegenüber der “normalen” Abfolge von Inhaltsvermittlung und Wissenscheck) umgekehrte Reihenfolge in der Vergangenheit selbst schon in Projekten empfohlen habe. Bislang ist sie aber bei den jeweiligen Auftraggebern noch nicht auf Gegenliebe gestoßen. 

Vielleicht ändert sich dies ja, wenn ich bei der Schilderung der potentiellen Vorzüge auf ein konkretes Beispiel aus meinem eigenen Erleben zurückgreifen kann.

Ganz neue Seiten

Freitag, November 20th, 2009

Nachdem e[ ]-learning 2.0 lange Pause hatte, möchte ich heute ein neues Kapitel aufschlagen.

Das zweite Leben meines Blogs: Lerntagebuch während meines “Educational Media“-Studiums.

In den nächsten zwei Jahren werde ich an dieser Stelle also immer mal wieder Bericht erstatten, was sich so tut in mediengestütztem Lernen, Projektkonzeption und -leitung, Bildungs- und Wissensmanagement und Medienpädagogik.

Ich bin gespannt! :-)